Sternschnuppen fotografieren

Sternschnuppen fotografieren

Sternschnuppen fotografieren – Die Perseiden kommen

Die Perseiden sind in dieser Nacht besonders gut zu sehen, und sorgen für viele Sternschnuppen am Nachthimmel. Das birgt natürlich eine gute Möglichkeit um Fotos zu machen. Nachdem ich kürzlich auch von inFranken.de befragt wurde, was man beachten sollte, um Sternschnuppen zu fotografieren (hier der Artikel zum Thema), gebe ich auch gerne hier nochmal eine kurze Zusammenfassung für den Einstieg in das Thema.

Sternschnuppen fotografieren Perseiden

Leider keine Sternschnuppe, aber dafür ein paar Sterne 😉

Wie fotografiert man Sternschnuppen?

Die beste Zeit in der Nacht auf Freitag wird ca. zwischen 23 Uhr und 2 Uhr sein, da danach Wolken erwartet werden. Wer schöne Bilder von den Sternschnuppen machen möchte, sollte es also möglichst in diesem Zeitfenster tun. Durch die vorbeiziehenden Perseiden werden bis zu 130 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.

Was  muss man beachten?

Einige grundlegende Punkte sollte man in dieser Nacht beim Fotografieren beachten, um möglichst gute Fotos von den Sternschnuppen zu bekommen. Ich fange mal mit der Ausrüstung an:

Welche Ausrüstung, um Sternschnuppen zu fotografieren?

Die Kamera

Die Kamera sollte ein möglichst gutes Rauschverhalten bei hohen ISO-Zahlen aufweisen. Die meisten aktuellen Vollformatkameras eignen sich hier halbwegs gut. Die interne Rauschunterdrückung sollte ggf. deaktiviert werden, um klein abgebildete Sterne am Himmel nicht zu eliminieren. Entsprechend vorsichtig muss man aus dem selben Grund auch mit nachträglichem Entrauschen sein. Sonst hat man die Sternschnuppe vor einem glatten Himmel, statt vor einem Sternenmeer. Eine hohe Auflösung ist natürlich von großem Vorteil, um weit entfernte Sterne noch aufzulösen, und um ggf. nachträgliche Ausschnitte zu machen. Allerdings ist das Rauschen bei hoher Pixeldichte meist wieder stärker, deshalb hebt sich der Vorteil unter Umständen auch wieder auf. Gut ist auch, wenn die Kamera über eine Spiegelvorauslösung und einen Okularverschluss verfügt.

Das Objektiv

Das Objektiv sollte relativ weitwinklig sein. Dadurch kann man einen höheren Himmelsausschnitt abdecken, und hat höhere Chancen, überhaupt eine oder mehrere Sternschnuppen im Bild zu haben. Allerdings werden die Sternschnuppen bei extrem weiten Ausschnitten auch recht klein. Ob es sich lohnt einen nachträglichen Ausschnitt (Crop) zu machen, hängt von der Auflösung der Kamera ab. Damit vergrößert man dann aber auch das Bildrauschen (siehe oben). Ansonsten sollte das Objektiv eine möglichst große Blendenöffnung bieten und natürlich auch möglichst scharf abbilden.

Stativ

Ein Stativ ist Pflicht! Egal wie lichtstark die Objektive sind und wie hoch die ISO gehen, um Sternschnuppen auf das Bild zu bekommen muss man recht lange belichten. Um das nicht zu verwackeln, muss man zum Stativ greifen. Die Schweife verschwinden so schnell wieder, wie sie auftauchen, da ist man mit Point and Shoot nie schnell genug… Das Stativ sollte dabei natürlich möglichst stabil sein, besonders, wenn man Wind ausgesetzt ist.

Fernauslöser

Am besten benutzt man einen Fernauslöser, um verwacklungsfreie Bilder zu bekommen. Wenn man keinen hat, tut es auch der Selbstauslöser.

Mit welchen Einstellungen fotografiert man Sternschnuppen?

Blende

Da man die ISO-Zahl wegen des Rauschens möglichst niedrig halten möchte, sollte man die Blende möglichst weit öffnen. Je nach Objektiv ist es aber sinnvoll, ca. eine halbe bis eine Blende abzublenden, um die Abbildungsleistung zu verbessern. Falls man einen Vordergrund mit ins Bild einbeziehen möchte, muss man natürlich evtl. entsprechend mehr abblenden.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit sollte nicht zu knapp gewählt werden. Außer, dass man die ISO damit niedriger halten kann, erhöht sich dadurch schlicht die Chance eine Sternschnuppe im Bild zu haben (auch wenn die Perseiden diese Chance deutlich erhöhen 🙂 ). Die Zeit sollte in etwa irgendwo zwischen 5 und 30 Sekunden liegen. Ab 30 Sekunden wird es schwierig, da die Erdrotation sich da auch schon im Weitwinkelbereich langsam bemerkbar macht, und die Sterne dadurch verwischen. Man kann natürlich auch richtig lange belichten, um Runde Sternspuren zu erzeugen. Wenn man da noch eine oder mehrere Sternschnuppen rein bekommt, ist das natürlich auch ein klasse Effekt.

ISO

Wie in den meisten Fällen würde ich auch hier zu “so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig” raten. Je nach gewünschter Belichtungszeit und Blende wird es ca. auf ISO 400-3200 rauslaufen, wobei sich bei den meisten Kameras ab ISO 1600 das Rauschen dann schon deutlich bemerkbar machen wird.

Sonstiges

Wenn vorhanden sollte man bei Fotografieren von Sternschnuppen wie bei den meisten anderen Langzeitbelichtungen auch auf die Spiegelvorauslösung zurückgreifen. Ebenso den Sucher per Okularverschluss schließen, oder anderweitig abdecken, um Streulichteinfall zu vermeiden.

Am besten ist es natürlich auch, sich einen Standort möglichst abseits von Siedlungen oder gar großen Städten zu suchen, da man dort Probleme wegen der vielen Lichter hat…

Die Perseiden kommen! Und dann: Spray and Pray…

Wenn alles soweit vorbereitet ist einfach ein paar Testschüsse machen, und schauen, ob der Nachthimmel wie gewünscht abgebildet wird. Ab da hilft dann nur noch Glück: Möglichst viele Bilder machen, und hoffen, dass man einige Sternschnuppen schön erwischt. Die Perseiden sollten dabei aber heute Nacht sehr behilflich sein 😉

Schreibe einen Kommentar